Norder Geestinsel

Aus Heimatforschung Ostfriesland
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Karte verschiedener Bodentypen (14. Jahrhundert). Markant sticht die Norder Geestinsel aus dem Marschland hevor. Rot zeigt Torfgebiete.
Aktuellere Zeichnung, auf der die Geestinsel weiterhin klar hervorsticht.

Als Norder Geestinsel (auch: Norder Geestrücken) bezeichnet man die markant aus dem Marschgebiet im Nordwesten Ostfrieslands hervorragende, inselartige Geestlandschaft bzw. Erhöhung, auf deren Gebiet die erste Besiedlung im Stadtgebiet stattfand. Diese "Insel" ist durch den sehr alten, natürlichen Gewässerlauf, dem das heutige Norder Tief weitestgehend folgt, von der übrigen ostfriesischen Geest völlig abgeschnitten. Die Geestinsel bildet eine ausgedehnte, natürliche und sichere Anhöhe inmitten der (vor dem Deichbau im Mittelalter) überflutungsgefährdeten Marschgebiete. Hier lassen sich bereits früheste Besiedlungsspuren des Menschen in vorgeschichtlicher Zeit nachweisen.

Den Kern Ostfrieslands bildet eine sandige Geestlandschaft. Sie erreicht in Ostfriesland maximal 18,5 m über NormalNull (NN) und fällt nach Westen, Osten und Norden ab. Die Geestgebiete waren ursprünglich mit sehr ausgedehnten Hochmooren bedeckt, die sich in der Weichsel-Nacheiszeit gebildet haben. In der Elstereiszeit (vor 500.000 - 600.000 Jahren) und in der Saaleeiszeit (vor 100.000 - 250.000 Jahren) überdeckten die Gletscher Skandinaviens Ost-Friesland und lagerten dort große Mengen an Material ab. Aus der Elstereiszeit ist der Lauenburger Ton bekannt, der vielfach für die Ziegelherstellung genutzt wird. Aus der Saaleeiszeit stammen die von Skandinavien herangeschobenen großen Granitblöcke, die als Baumaterial für die Granitquaderkirchen verwendet wurden.

Anders als die umliegenden Marschgebiete war die Geest seit jeher dicht bewaldet. Von dieser ursprünglichen Bewaldung ist jedoch nicht mehr viel über, da ein Großteil der Bäume im Laufe der Jahrhunderte abgeholzt worden ist.

Siehe auch