Polder

Aus Heimatforschung Ostfriesland
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Als Polder (auch: Groden) bezeichnet man neugewonnene Landstriche, die dem Meer durch Eindeichung und Entwässerung abgewinnen werden konnten. Große Teil der Landfläche Nordens und dem Umland standen ursprünglich unter Wasser und wurde dem Meer durch Einpolderung abgewonnen. Meistens waren diese Gebiete jedoch ursprünglich bereits (bewohnte) Landflächen, welche durch Sturmfluten (besonders im 14. Jahrhundert) und bzw. oder nach Deichbrüchen vom Meer überschwemmt und aufgegeben werden mussten, wie es zum Beispiel bei Neuwesteel der Fall war. Die meisten Landverluste entstanden durch die Erste Dionysiusflut um 1374.

Auf dem Gebiet innerhalb der heutigen Stadtgrenze wurde insbesondere in Westermarsch I, Neuwesteel und zuletzt Leybuchtpolder eine massive Eindeichung bzw. -polderung betrieben, die im 16. Jahrhundert ihren Anfang nahm und mit dem Bau des Leybuchtpolders beendet wurde.

Die Landgewinnung gestaltete sich insbesondere in früheren Zeiten als sehr aufwendig; der Prozess dauerte immer mehrere Jahre. Die Baumaßnahmen bestanden vor allem darin, zunächst bereits bestehende Deiche zu erweitern oder neue in das Meer zu bauen, ohne dass diese direkt wieder durch die Gezeiten zerstört wurden. Zur Beruhigung der Meeresbewegungen wurden dabei oftmals sogenannte Lahnungen in das Meer gebaut, kleine Dämme aus Pfählen und Sträuchern bzw. Ästen. Selten benutzte man hierfür auch Steine, um den Wellen damit einen Teil ihrer auf die Deichlinie treffenden Wucht zu nehmen.[1]

Einzelnachweise

  1. Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 65

Siehe auch