Marktplatz

Aus Heimatforschung Ostfriesland
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Marktplatz

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Basisdaten
Kategorie Orte in Norden
Stadtteil/-viertel Norden
Genaue Lage Am Markt

26506 Norden

Der Marktplatz in der Innenstadt von Norden ist der größte baumbestandene Marktplatz Deutschlands und war im Mittelalter der bedeutendste Ostfrieslands. Mit einer Größe von etwa 6,6 Hektar zählt er zudem zu den größten der Bundesrepublik.[1] Der Baumbestand geht im Wesentlichen auf das frühe 19. Jahrhundert zurück.

Geschichte

Der aufgeforstete Marktplatz auf einem Stadtplan von 1805.

Der Marktplatz wurde planmäßig, nicht jedoch in einem Zuge errichtet. Vielmehr ist er über die Jahrhunderte gewachsen und bestand vermutlich schon zu Zeiten der ersten (bekannten) urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahr 1255.[1] Sein Ursprung ist wohl in jedem Fall in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu suchen.[2] Die wesentlichen Grundzüge, die geschlossene Rahmenbebauung, stammt in ihrem Kern aus dem frühen Mittelalter. Ein reguläres Marktwesen wird es jedoch erst mit der Verleihung des Stadtrechts im Jahre 1277 gegeben habe, da das Abhalten von Märkten ein Privileg der Städte war.[3]

Fest steht, dass der Marktplatz seit jeher ein zentraler Punkt für die Bauern der Sandbauerschaft war, die diesen Ort zum Auftrieb der Rinder und vermutlich auch zum Weiden nutzten. Andere Deutungen, dass der Marktplatz ursprünglich ein heidnische Kultstätte oder ein Königshof zu Zeiten von Karl dem Großen war, gelten als weniger wahrscheinlich, dürfen aber keineswegs als unmöglich betrachtet werden.[4][5] So war es im Rahmen der Christianisierung der heidnischen Gebiete oft üblich, dass Kirchen an früheren Kultplätzen errichtet wurden.[5] Beachtet werden muss in jedem Fall, dass Marktplätze erst im Hochmittelalter entstanden und Märkte bis dahin vor allem als Straßenmärkte entlang der Hauptstraßen abgehalten wurden.[6]

Ausschlaggebend für die Anlage des Marktplatzes dürfte somit wohl vor allem der seinerzeit florierende Handel mit Vieh (vor allem Rindern) gehabt haben.[7] Nur auf einer derart großen Fläche konnten Mensch und Tier in größerer Zahl zusammenkommen, die Händler kamen dabei sogar aus dem Süden der Niederlande, landesherrliche Verfügungen belegen, dass beispielsweise Kaufleuten aus dem südholländischen Nymwegen sowie aus Utrecht sicheres Geleit zum Norder Marktplatz gewährt wurde.[8] Auch die Lage auf dem höchsten Punkt der Norder Geestinsel ist ein unmissverständlicher Hinweis auf eine von Anfang an geplante Anlage und seine enorme Bedeutung.

Als Bauherren fungierten wohl die um den Marktplatz ansässigen Edelgeschlechter wie die tom Brook und die Cirksena. Spätestens ab dem 15. Jahrhundert kamen auch die wohlhabenden Bauern der Oster- und Westermarsch hinzu, die insbesondere durch den Viehhandel zu ansehnlichem Wohlstand kamen und neben ihren Höfen zumeist auch ein Stadthaus am Marktplatz unterhielten. An der Rückseite ihrer Häuser befanden sich daher oftmals auch Stallungen und Scheunen für das Vieh.[8]

Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zur Neugotik.[9] Vom Marktplatz war der nördliche und östliche Teil vom Friedhof noch bis in die Neuzeit Eigentum der anliegenden Hausbesitzer, sodass nur die südliche Hälfte für die eigentliche Marktzwecke zur Verfügung stand. Die nördliche Hälfte des Marktplatzes gehörte zum Haus Am Markt 59, während die östliche Hälfte zum Gräflichen Haus gehörte.[10] Ein Großteil der Häuser bzw. Grundstücke gehörte damals und teilweise noch heute der Kirchen, so etwa das Alte Rathaus und das Weinhaus.[11]

Der südliche Marktplatz mit Haus Monsieur, Drei Schwestern und dem Rathaus in der Zeit um die Jahrhundertwende.

1785 wurde auf Veranlassung des Stadtrates eine umfangreiche Umgestaltung vorgenommen. Der größte Teil des Marktplatzes wurde nun planmäßig mit Bäumen bepflanzt. Im Zuge dessen wurde auch der abgängige Pranger (Kaak) abgebrochen im Jahre 1786 und auf dem sogenannten Eilandje neu errichtet.[12][13] Nach einigen Jahren der Stagnierung wurden die Pflanzungen im Jahre 1819 mithilfe von Spenden wohlhabender Bürger fortgeführt und erweitert.[12]

Im 19. Jahrhundert bis 1921 war der Marktplatz regelmäßig Endpunkt von feierlichen Umzügen, in der Regel zu Ehren heimkehrender Soldaten oder zur Erinnerung an siegreiche Schlachten wie die Schlacht bei Sedan gegen Frankreich am 1. und 2. September 1870, deren Ausgang maßgeblich zum Sieg der Deutschen gegen die Franzosen beitrug. An den wichtigsten Hauptstraßen wurden prachtvolle Triumphbögen errichtet und die Straßenzüge mit Fahnen und Flaggen geschmückt. Auf dem Marktplatz fand dann abschließend ein großes Volksfest statt.[14]

Der Norder Marktplatz war jedoch nicht nur Schauort derart freudiger Ereignisse absieht: Im Sommer 1931 prügelten sich beispielsweise Anhänger der Nationalsozialisten mit kommunistisch orientierten Bürgern.[15] Schlägereien zwischen den beiden verfeindeten Lagern waren zu dieser Zeit beinahe an der Tagesordnung. Nach der Machtergreifung der NSDAP nutzten die Parteifunktionäre den Markt regelmäßig für öffentliche Machtdemonstrationen und Aufmärsche.[16] Ein nicht minder unerfreuliches Ereignis geschah am 13. November 1944: 2.000 Volkssturmmänner, zumeist alte Männer und junge Männer, die nach heutiger Definition als Kindersoldaten gelten würden, werden als letztes Aufgebot auf Führer, Volk und Vaterland eingeschworen.[17] Der Krieg war zu diesem Zeitpunkt längst verloren, doch sollte der Wahnsinn erst im Mai des Folgejahres enden. Noch im April 1945 wurden unter dem Vorwand eines Krankheitsbefalls zahlreiche uralte Ulmen auf und um den Markt gefällt, um hieraus Gewehrschäfte herzustellen.[18] 1954 und 1956 wurden weitere 40 Bäume gefällt, diesmal jedoch aus Krankheitsgründen sowie mit anschließender Aufforstung.[19]

Anfang 1953 kamen Überlegungen vonseiten der Politik und der Verwaltung auf, an der Nordseite des Marktes eine Großtankstelle zu errichten. Dank einer massiven Intervention von Bürgern mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft und dem niedersächsischen Landeskonservator konnte das Vorhaben rechtzeitig gestoppt werden und dadurch die historische Struktur des Marktes erhalten werden.[19] Einige Jahren später verschwanden dann auch die öffentlichen Bedürfnisanstalten (Toiletten), von denen es sowohl ober- als auch unterirdische gab, aus dem Umfeld der den Alten Friedhof umgebenden Mauer.

Im Sommer 2004 wird der Torfmarkt neu gestaltet und erhält unter anderem eine neue Bepflasterung und in seiner Mitte einen festen Baumständer für den alljährlichen Mai- sowie den Weihnachtsbaum.

Gliederung

Luftaufnahme vom Marktplatz (um 1960).
Junge Leute, darunter ein Wehrmachtssoldat (hinten links) auf dem Torfmarkt (um 1940).

Im Wesentlichen kann man den Marktplatz in drei Teile gliedern: Der Marktplatz im eigentlichen Sinne besteht aus dem sogenannten Torfmarkt im Osten, dem Mittelmarkt in der Mitte und dem Blücherplatz (mit Schweinemarkt) im Westen. An den Blücherplatz in nördliche Richtung schließt sich der Arp-Schnitger-Platz an. Weniger bekannt ist der als Schulplatz bezeichnete, nordwestliche Teil des Marktplatzes. Ebenso wenig ist die Bezeichnung Eckelwarf für den nordwestlichen Teil bekannt. Der südlich des Glockenturms befindliche Platz wird seit 2020 Arp-Schnitger-Platz genannt.

Torfmarkt

Der Torfmarkt hat seinen Namen dadurch erhalten, dass hier in früheren Jahren vor allem Torf gehandelt wurde. Dieses wurde überwiegend von der Norder Fehngesellschaft aus den Hochmooren bei Norderfehn importiert und am Norder Hafen umgeschlagen. Heute wird der Torfmarkt vor allem für Vergnügungsmärkte und für den Weihnachtsmarkt genutzt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus und insbesondere während des Zweiten Weltkriegs wurde der Torfmarkt auch für Aufmärsche der Nationalsozialisten genutzt. Hier kam es unter anderem zur Ehrung des U-Bootkommandanten Otto Ites durch den NSDAP-Kreisleiter Lenhard Everwien und zum Aufmarsch von 2.000 Volkssturmmännern, die am 13. November 1944 ihren Eid auf die Fahne und Adolf Hitler schworen bzw. schwören mussten.[20] Noch Ende April 1945 wurde schließlich ein Lautsprecher aufgestellt, aus dem aus der Parteizentrale gesprochene Durchhalteparolen und andere Propaganda erschallten.[21]

1956 und 2004 wurde der Torfmarkt neu gepflastert.

Mittelmarkt

Der Mittelmarkt ist das Zentrum der Wochenmärkte. Noch heute kommen jeden Montag und Samstag die unterschiedlichsten Marktbeschicker nach Norden, um ihre Waren den Marktbesuchern feilzubieten. Das Spektrum reicht von traditioneller Handwerkskunst über Blumenhändlern bis hin zu Bäckern, Fleischern und Fischverkäufern. Schon zu Lebzeiten von Ubbo Emmius (1547-1625) gab es den montäglichen Wochenmarkt.[22]

Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am Glockenturm die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die wohlhabenden Marschbauern anzubieten.[23] In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: "Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger. Überall ist der Arme der Neger der Reichen." [24][25]

Wurden sich Bauer und Arbeiter über Arbeitszeit und -entlohnung (in der Regel 50 Pfennig pro Tag) einig, nahm der Bauer das Werkzeug (Haargood) des Arbeiters als Pfand mit zum Hof, während der Arbeiter den beschwerlichen Weg zu Fuß auf sich nehmen musste. Diese Form eines Arbeitermarktes hat es noch bis etwa 1890 gegeben und ist dann infolge mangelnden Zulaufs eingegangen. Das Tagelöhnerwesen verlor allmählich an Bedeutung und wurde durch vergleichsweise feste Arbeitsverträge ersetzt.[26]

Blücherplatz

Ehemaliges Kriegerdenkmal auf dem Blücherplatz.

Der Blücherplatz wurde zu Ehren des preußischen Generalfeldmarschalls Gebhard Leberecht von Blücher benannt, der maßgeblichen Anteil am Sieg über die Franzosen unter Napoleon hatte und von 1804 bis 1806 sein Quartier in Norden bezog.[22][27][28] Blücher ließ an eben jenem Ort Truppen für die preußische Landwehr anwerben. Da der Andrang der Freiwilligen so groß war, musste ein Los über den Wehrdienst entscheiden.[28] Die ausgehobenen Soldaten wurden schließlich mit weiteren Kräften aus Ostfriesland und dem Emsland zu Bataillonsstärke aufgestockt und dem 3. Westfälischen Landwehrregiment unterstellt. Das Regiment wiederum gehörte zum 1. Armeekorps unter General Hans Ernst Karl von Zieten, das die geschlagenen Franzosen nach er Schlacht bei Waterloo bis Paris und in die Normandie verfolgte.[29]

Der Platz wurde 1865 mit Bäumen, Pflanzen und einer Umzäunung zur Erinnerung an das 50-jährige Jubiläum der Schlacht von Waterloo angelegt.[22] Hinter der Umzäunung befanden sich Stangen (Tüdderstangen), an die das Vieh während des Beestmarktes angebunden wurde. Die Stangen waren zudem beliebte Turngeräte der Kinder.[30] Die Benutzung hierfür war jedoch eigentlich durch eine städtische Polizeiordnung verboten.

In der Mitte des Blücherplatzes befand sich seit August/September 1874 (Einweihung am Sedantag, 2. September 1874) ein Kriegerdenkmal, das an den Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) erinnerte und die geflügelte Victoria mit Loorbeerkranz und Palmzweig auf zwei übereinander gestapelten, hohen Sockeln zeigte.[30][31] Es wurde während des Zweiten Weltkriegs demontiert und das Material der Statue, wie beispielsweise auch die Osterpoort, für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen.[30]

1894 errichtete Jan ten Doornkaat Koolman III. anlässlich einer Gewerbeschau einen Pavillon im nördlichen Bereich des Platzes. Diesen stiftete er später der Stadt, die ihn vornehmlich als Musikpavillon nutzte.[32] Heute ist der Blücherplatz mit Rasen bewachsen und der Pavillon längst verschwunden. Auf dem Platz der ehemaligen Statue überragt heute ein hoher, breiter Baum die Umgebung.

Im Südwesten des Blücherplatzes liegt der sogenannte Schweinemarkt, da hier früher mit Schweinen gehandelt wurde. Heute wird der Bereich während des Beestmarktes für den Handel mit Kleinvieh genutzt.

Schulplatz

Der baumbestandene, nordwestliche Teil des alten Marktes, der heute als Parkplatz genutzt wird, wurde ursprünglich als Schulplatz bezeichnet, da dieser Bereich gleichzeitig als Schulhof für die Kinder der Marktschule diente.

Eckelwarf

Diese wenig bekannte Bezeichnung trägt die Nordostecke des Marktes. Wie auch im Falle von Ekel leitet sich der Name von einem ehemaligen Eichenbaumbestand ab. Es handelt sich jedoch um keine Warf, vielmehr ist hier von einer Alternativbezeichnung für einen Platz auszugehen. Der alte Baumbestand verschwand bis etwa 1970, um Platz für Parkmöglichkeiten zu schaffen.

Möglicherweise, aber dabei handelt es sich nur um Vermutungen, könnte der Bereich hier ein heiliger Eichenhain unserer heidnischen Vorfahren gewesen sein.

Richtstätte

Auf der der Südseite des Marktplatzes, vermutlich zwischen Kirchstraße und Sielstraße, soll es eine Richtstätte bzw. einen Galgenplatz gegeben haben, an dem verurteilte Straftäter gehenkt oder geköpft wurden. 1755 wurde hier zuletzt die Giftmischerin Eke Okken mit dem Schwert (hin-)gerichtet.[33] Später wurde dieser Ort offenbar auf das sogenannte Eilandje vor den Toren der Stadt verlagert.

Bedeutende Gebäude

Die Ludgerikirche - hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1954 - ist das größte und bekannteste Gebäude am Marktplatz.

Rund um den Marktplatz bzw. der Straßenzug Am Markt befinden sich eine Vielzahl an historisch bedeutenden Gebäuden. Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zur Neugotik.[9] Vom Marktplatz war der nördliche und östliche Teil vom Friedhof noch bis in die Neuzeit Eigentum der anliegenden Hausbesitzer, sodass nur die südliche Hälfte für die eigentliche Marktzwecke zur Verfügung stand. Die nördliche Hälfte des Marktplatzes gehörte zum Haus Am Markt 59, während die östliche Hälfte zum Gräflichen Haus gehörte.[10] Ein Großteil der Häuser bzw. Grundstücke gehörte damals und teilweise noch heute der Kirchen, so etwa das Alte Rathaus und das Weinhaus.[11]

Öffentliche Brunnen

Im Umfeld des Marktplatzes gibt es seit jeher fünf Brunnen, aus denen sich die Bevölkerung mit Frischwasser versorgen konnte. Ein Brunnen befindet sich am Ende der Kirchstraße, der zweite in Höhe der Schokoladenmanufaktur Heddinga, ein dritter zwischen Glockenturm (heute Arp-Schnitger-Platz) und Altem Rathaus. Der vierte befindet sich in Höhe des ehemaligen Gasthofs Jerusalem (heute: Deutsche Bank), der fünfte im nordwestlichen Marktbereich.

Eine öffentliche Wasserversorgung im heutigen Sinne gab es erst seit 1939, doch schon ab 1895 wurden die bis dahin von den Anliegern und Interessentengemeinschaften betriebenen Brunnen am Marktplatz von der Stadt übernommen.[34]

Märkte und Veranstaltungen

Auf dem Marktplatz finden seit jeher große Viehmärkte statt, die Beestmarkt genannt werden und für die umliegenden Bauern früher von existenzieller Bedeutung waren. Noch heute ist Schlachtfleisch von Rindern aus der Westermarsch und der Ostermarsch eine begehrte Handelsware. Die Tiere wurden von den Bauern der umliegenden Gemeinde bzw. Höfe nicht selten unmittelbar zum Marktplatz getrieben, da Transportmöglichkeiten praktisch nicht vorhanden waren.[35] Ein weiterer, wichtiger Markt ist der Wochenmarkt. Daneben gibt es weitere Märkte, die vor allem dem Vergnügen dienen. Früher feierten die Norder Schützen auch zur Sommerzeit ihr jährliches Schützenfest auf dem Markt.

Für die Überwachung des Marktgeschehens, einschließlich der Zahlung der Marktgelder, war früher der Gerichtsdiener zuständig.[36] Bevor die Marktbeschicker ihre Waren auf dem Markt anbieten durften, hatten sie diese zuvor an der Stadtwaage zu wiegen.[36] Heute wird der Markt vor allem vom Marktmeister überwacht.

Sonstiges

Die wohl größte Kennerin der jüngeren Vergangenheit der Geschichte der Stadt Norden im Allgemeinen und des Marktplatzes im Speziellen war wohl Mathilde Imhoff. Sie setzte sich unermüdlich für die Bewahrung des historischen Ambientes im Sinne der Denkmalpflege ein. Zugleich hat sie dessen geschichtlichen Zusammenhänge erforscht und war engagierte Mitbegründerin der Gästeführungen durch Norden.

Gretje Schreiber hat 1994 eine grundlegende und umfassende Abhandlung (Monographie) über den Marktplatz verfasst, die sich vor allem auch mit der umliegenden Bebauung und deren Besitzer vom 16. Jahrhundert bis heute beschäftigt.

1897 wurde die gerade vier Jahre alte Recha Freier mit ihrer Familie durch ein Schild mit der Aufschrift "Hunden und Juden ist das Betreten verboten" am Betreten des Blücherplatzes gehindert. Dieses Ereignis prägte sie nachhaltig und ihre Familie emigrierte nachfolgend nach Niederschlesien.

Galerie

Marktplatz

Blücherplatz

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 189
  2. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 10
  3. Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 5
  4. Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 35
  5. 5,0 5,1 Adressbuch von 1950/1951, S. 7
  6. Wikipedia-Artikel zum Marktplatz, abgerufen am 26. November 2022
  7. Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, Einband
  8. 8,0 8,1 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16
  9. 9,0 9,1 Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 162f.
  10. 10,0 10,1 Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 10
  11. 11,0 11,1 Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 277
  12. 12,0 12,1 Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 81
  13. Canzler, Gerhard (1992): Pranger in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 25. Juli 1992, S. 23f.
  14. Ostfriesischer Kurier vom 24. April 2021, S. 13-16
  15. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 26
  16. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 27
  17. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41
  18. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 42
  19. 19,0 19,1 Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 62
  20. Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 32
  21. Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 60
  22. 22,0 22,1 22,2 Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 90
  23. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133
  24. Chronik der Sparkasse Aurich-Norden, abgerufen am 2. Juni 2021
  25. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 255
  26. Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 103
  27. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 19
  28. 28,0 28,1 Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 110
  29. Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 111
  30. 30,0 30,1 30,2 Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 81
  31. Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 174f.
  32. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 20
  33. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 54
  34. Stadtwerke Norden (2021): Zeitreise in Text und Bild. 125 Jahre Stadtwerke Norden, Norden, S. 5
  35. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 218f.
  36. 36,0 36,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 251

Siehe auch