AWO Norden

Aus Norder Stadtgeschichte
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AWO Norden

Basisdaten
Gründung 1953
Auflösung -
Rechtsform eingetragener Verein (e. V.)
Hauptsitz Schulstraße 71

26506 Norden

Die AWO Norden (offiziell: Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Norden e.V.) ist der für den Altkreis Norden zuständige Kreisverband. Er hat seinen Sitz an der Schulstraße 71.

Geschichte

Die Entwicklung des Norder Kreisverbands ist eng verknüpft mit der Geschichte der Arbeiterwohlfahrt in Deutschland, die ihren Anfang im Jahre 1919 nahm. Kurz nach dem Ende des Erster Weltkrieg litt ein Großteil der Bevölkerung in bitterer Armut, die vor allem in den Folgen des Krieges und der politischen Wirren der Nachkriegszeit begründet waren. Das Sozialnetz war kaum bzw. nur schlecht ausgebaut und insbesondere für Kriegsversehrte war es kaum möglich, eine Arbeit zu finden. Im genannten Jahr gründete Marie Juchacz einen sogenannten Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt (kurz: AWO) als Organisation innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).[1]

Ziel war es, Not zu lindern, im Besonderen durch Hilfe zur Selbsthilfe, zum Beispiel in Nähstuben, Werkstätten und Beratungsstellen, aber auch durch den Einsatz von Suppenküchen. Gleichzeitig setzte sich die AWO ebenfalls dafür ein, dass die Gesellschaft die Interessen der Arbeiterschaft wahrnimmt und die Wohlfahrtspflege endlich nicht mehr den Gedanken von Fürsorge und Almosen trägt, sondern als Anrecht jedes Einzelnen professionalisiert wird. Dieses führte und führt immer zu einer ständigen Wechselwirkung zwischen praktischer Hilfe und dem Kampf um eine gerechte Wohlfahrts- und Sozialpolitik. In den folgenden Jahren wuchsen die Tätigkeiten der AWO stetig an: Kinder- und Mütterschutz, Altenhilfe, Erholungsmaßnahmen für Kinder, die ersten eigenen Häuser wurden gekauft und feste Einrichtungen gegründet. Fortbildungen für ehrenamtlich Tätige wurden durchgeführt und 1928 wurde die erste eigene Schule für Sozialarbeit eröffnet.[1]

Nach Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde die AWO wohl auch wegen ihrer Nähe zum demokratischen Sozialismus zerschlagen. Das gesamte Vermögen, die Heime und Einrichtungen wurden beschlagnahmt und führende Köpfe waren der Verfolgung und Repression ausgesetzt. Erst 1946 gründete sich die AWO wieder neu, diesmal nicht als Vereinigung innerhalb der SPD, sondern als eigenständiger Verband. Die Probleme waren ähnlich derer, die bei der Erstgründung 1919 bestanden: Hunger, Wohnungslosigkeit, Flüchtlingselend. Die Erfahrung half den ehrenamtlichen Helfern, einen schnellen Aufbau zu bewältigen, um auf nahezu allen Gebieten der sozialen Arbeit den Bedürftigen Unterstützung zu geben.[1] 1953 kam es schließlich zur Gründung eines eigenen Norder Kreisverbands.[2] Die große Wohnanlage Marienthal mit seinen zahlreichen kleinen Häusern sowie dem großen Gebäude zwischen Am Zingel und der Schulstraße wurde bis 1964 bzw. 1966 errichtet.[3] Das hier befindliche Kreisaltersheim, das sich an der Zuwegung zum Gelände vom Zingel befand, wurde 1975 abgebrochen und später durch einen Neubau ersetzt.[4][5] Auch die sogenannten Heimstätten, Baracken aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, fielen dem Neubau zum Opfer.[6]

Heute ist die AWO mit seinen Bewohnern eine große Gemeinschaft mit zahlreichen sozialen Diensten und Aufgaben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Altenpflege. Das größte Heim der AWO befindet sich auf dem Grund des alten Klosters Marienthal, weshalb die Anlage dort auch als Wohnanlage Marienthal bezeichnet wird. Das Gelände wird seit jeher für die Hilfe am Menschen genutzt. In Seniorenclubs werden die Mitmachenden gemeinsam aktiv und treffen sich zum Teenachmittag oder Singen, für einen Ausflug oder reden einfach nur miteinander. Darüber hinaus betreibt die AWO mehrere Kindergärten bzw. -tagesstätten im Altkreis Norden sowie ein Mutter-Kind-Kurheim an der Tunnelstraße in Norddeich. Mit seinem umfangreichen Tätigkeitsspektrum ist die AWO zugleich einer der größten Anbieter für ehrenamtliche Tätigkeiten und Bundesfreiwilligendienste.

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Geschichte der Arbeiterwohlfahrt, abgerufen am 10. September 2021
  2. Gründungsdaten der AWO Norden, abgerufen am 10. September 2021
  3. Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0272827.jpg)
  4. Schreiber, Gretje (1996): Das große Gasthaus in Norden, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 3. Februar 1996, S. 1ff.
  5. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 80
  6. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 49

Siehe auch