Alter Postweg

Aus Norder Stadtgeschichte
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Alter Postweg

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Bargebur u.a.
Erschließungsjahr um oder vor 1425
Namensgebung unbekannt
Historische Namen Postweg
Alter Postweg
Historischer Verlauf des Alten Postwegs.

Der Alte Postweg ist eine Gemeindestraße in Bargebur. Die Straße geht direkt südlich von der Heerstraße ab und ist durch den Kirchpfad und Am Moortief ebenfalls mit dieser verbunden. Eine Nebenstraße ist Poggenpoller.

Geschichte

Herkunft des Namens

Der Straßenname hat seinen Ursprung in seiner historischen Nutzung als Postweg. Nur noch ein Teil dieses Wegs ist heute als Alter Postweg bekannt.

Entwicklung

Die heutige Straße gehört zu den ältesten Wegen der Stadt. Er verlief in südliche Richtung auf der Deichlinie von 1425 und damit weitestgehend entlang der Grenze von Süderneuland II.[1] In östliche Richtung führte der Weg weiter bis nach Lütetsburg und verlief dabei zunächst auf dem heutigen Straßenverläuf und dann ungefähr entlang der heutigen Heerstraße.[2][3]

In früheren Jahren war der Postweg letztlich wohl ein Heer- und Handelsweg.[4] Mit dem Aufkommen eines geregelten Postwesens seit dem 14. Jahrhundert wird er daher hauptsächlich auch von Pferdekutschen oder berittenen Postillonen benutzt worden sein. Als wahrscheinlich erster Weg überhaupt innerhalb der Stadt Norden wurde der Postweg daher auf preußische Verordnung vom 26. März 1767 befestigt. Die Grundsätze des Straßenbaus wurden dabei genau festgelegt. Unter anderem wurde verordnet, dass neben die Wege in der Mitte gewölbt sein und über Gräben verfügen müssen, damit das Wasser ungehindert abfließen kann.[5]

Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war der Postweg dennoch größtenteils unbefestigt und morastig und dennoch die Hauptverkehrsstraße gen Süden.[6] Oftmals blieben die Pferdekutschen bei Regen im Schlamm der Bargeburisch-pontischen Sümpfe stecken.[7] Dieser Begriff ist eine Anspielung auf die einstigen Sümpfe der Pontinische Ebene südlich von Rom, gepaart mit dem Ortsnamen Bargebur. Vor dem Bau der Chaussee (heute Bundesstraße) erwog man, diese auf dem Alten Postweg verlaufen zu lassen, kam jedoch schnell zu dem Entschluss, dass die Wegstrecke zu kurvenreich ist, sodass man sich für einen (weitestgehend) geradlinigen Verlauf entschied, der noch dem heutigen entspricht.[7]

Gebäude und Plätze

Die Straße besteht überwiegend aus Einfamilienhäusern. Im östlichen Bereich befindet sich ein Bauernhof (Gulfhof) aus dem Jahr 1925 mit weitläufigen Ländereien, welcher im Besitz der Familie Kleemann ist.

Im Kurvenbereich von der Heerstraße kommend (hinter der Pforte) befindet sich ein betonierter Deckungsgraben bzw. Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der auch heute noch als solcher erkennbar ist. Ein weiterer Bunker befand sich im Winkel zum Poggenpoller.

Hinter der Bargeburer Kirche, welche sich zwischem dem Alten Postweg und der Heerstraße befindet, liegt der Bargeburer Friedhof. Direkt westlich daneben führt ein Weg zu einer Reithalle, deren Eigentümer die Stadt Norden ist. Der letzte Pächter dieser Halle war Bauer Kleemann. Im November 2020 wurde bekannt, dass die bereits seit Jahren wegen Baufälligkeit gesperrte Reithalle abgängig ist und eine Sanierung oder ein Neubau aus Kostengründen nicht erfolgen können.

An der Straßenecke Am Moortief befindet sich das sogenannte Müllerhaus.

Besondere Ereignisse

Im Herbst 2006 brannte eine Scheune der Familie Kleemann ab, welche sich östlich des Alten Postwegs befand.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Schreiber, Gretje (2006): Norder Gemeinweiden im ausgehenden Mittelalter bis zur Neuzeit, in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Jg. 2006 Bd. 86, S. 39ff.
  2. Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 144
  3. Imhoff, Mathilde: Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2309/21 Norden-Nord (Schluß) in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier 29. Oktober 1985, Nr. 7/8.
  4. Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 7
  5. Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 31
  6. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122
  7. 7,0 7,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 123

Siehe auch