Technisches Hilfswerk

Aus Norder Stadtgeschichte
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Technisches Hilfswerk

Basisdaten
Gründung 12. Oktober 1952
Auflösung -
Rechtsform Bundesanstalt
Hauptsitz Osterstraße 93 B

26506 Norden

Das Technische Hilfswerk, Ortsverband Norden ist als Teil der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk ein wichtiger Bestandteil des örtlichen Katastrophenschutzes. Seit 2009 ist der Norder Ortsverband gemeinsam mit der Feuerwehr Norden im Hilfeleistungszentrum an der Osterstraße stationiert und verfügt über spezialisierte Fachgruppen im Bereich der Elektrizitätsversorgung und maritimen Ölschadenbekämpfung.

Geschichte

Das Technische Hilfswerk erwuchs aus der bis 1945 bestehenden Technischen Nothilfe, deren Aufgaben mit den heutigen vergleichbar waren. Diese bestanden vor allem in der Aufrechterhaltung der Infrastruktur nach Luftangriffen. In der Nachkriegszeit kam es am 22. August 1950 zur Wiedergründung der Technischen Nothilfe, nicht zuletzt in Anbetracht des aufkommenden Kalten Kriegs. Anfänglich, jedoch nur kaum mehr als ein Jahr, war die Bezeichnung Ziviler Ordnungsdienst geläufig.

Der Norder Ortsverband wurde am 12. Oktober 1952 gegründet. Stationiert war das THW anfangs in einer kleinen Werkstatt am Burggraben, dann bei der Kohlenhandlung Helbig an der Großen Mühlenstraße. Von 1961 bis 1963 war die Gruppe bei der Kohlenhandlung und Senffabrik Wolbergs am Mühlenweg, Ecke Friesenstraße untergebracht. 1963 erfolgte der Umzug zum Hof Hoffmann (An der Welle). Auf Vermittlung des Landkreis Norden konnte man schließlich 1976 den ehemaligen Gasthof Zur Waage an der Westerstraße nutzen, ehe 2009 der Umzug in das neu errichtete Hilfeleistungszentrum erfolgte.[1][2]

Ein herausragender Einsatz des Norder Ortsverbands fand 1985 statt, als einige Mitglieder für mehrere Wochen in das von großer Hungersnot geplagte Äthiopien reisten, um dort bei der Reparatur dringend benötigter Kraftfahrzeuge zu helfen.[2] Auch bei der Schneekatastrophe 1979 war das THW mit 18 Helfern eingesetzt. In ihren Räumlichkeiten an der Westerstraße bezogen die in Norden eingesetzten Bundeswehreinheiten ihr Quartier. Neben Räumarbeiten diente das THW als Mädchen für alles und half sogar bei bei der Zustellung des Ostfriesischen Kuriers.[3]

Aufgaben

Die im Bundesgebiet verteilten Ortsverbände haben unterschiedliche Aufgabenbereiche.[1] Dabei greift das Technische Hilfswerk weitestgehend auf Ehrenamtliche zurück.

Technischer Zug

Der Technische Zug hat im Einsatzfall die Aufgabe, eine Führungsstelle einzurichten, von der aus die Einsatzeinheiten geführt werden. Dazu besteht der Technische Zug unter anderem aus einem sogenannten Zugtrupp.

1. Bergungsgruppe

Die 1. Bergungsgruppe ist die Haupteinheit des THW und universell einsetzbar. Sie rückt bei allgemeinen Hilfeleistungen als erstes aus. Zur Aufgabenbewältigung steht ein Gerätekraftwagen mit Lichtmastanhänger und ein Anhänger mit Einsatzgerüstsystem zur Verfügung.

2. Bergungsgruppe

Die 2. Bergungsgruppe (auch: Fachgruppe N) verfügt über eine ähnliche Ausrüstung wie die 1. Bergungsgruppe. Ihr stehen jedoch auch weitere Komponenten zur Verfügung.

Fachgruppe Elektroversorgung

Jeder THW-Ortsverband hat neben den Bergungsgruppen eine besondere Fachgruppe, in Norden ist es die Fachgruppe Elektroversorgung. Diese hat neben einem LKW mit Ladebordwand eine Netzersatzanlage mit 200 kVA und soll vor allem bei Ausfall kritischer Infrastruktur (z.B. Krankenhaus) die Elektrizitätsversorgung aufrechterhalten bzw. wiederherstellen.

Fachgruppe Ölschaden

Die Fachgruppe Ölschaden ist die jüngste Fachgruppe im Norder Ortsverband. Diese ist seit 2017 im Technischen Zug des Ortsverbandes Norden eingegliedert. Hauptaufgabe ist die Ölschadenbekämpfung an fließenden und stehenden Gewässern. Hierbei betreibt das THW eine enge Zusammenarbeit mit dem Havariekommando in Cuxhaven sowie der Norder Feuerwehr und der niedersächsischen Hafenbehörde.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Vorstellung des THW Norden auf Georgs Blog, abgerufen am 1. September 2021
  2. 2,0 2,1 Feuerwehr Norden (1986): 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Norden, Norden, S. 71
  3. Ostfriesischer Kurier vom 11. Februar 1989, S. 35

Siehe auch